Deutschland wurde nach der Befreiung vorrübergehend von Militärregierungen geleitet, die formal dem im Sommer 1945 gegründeten Alliierten Kontrollrat unterstellt waren. Für die einzelnen Besatzungszonen gab es einen US-amerikanischen, britischen, französischen und sowjetischen Militärgouverneur. Von US-amerikanischer Seite sollte das Military Government of Germany – ab Oktober 1945 Office of Military Government for Germany, U.S. (kurz: OMGUS) – in einer Übergangsphase die nationalsozialistischen Organisationen auflösen, politische Ämter mit unbelasteten Deutschen besetzen und die Gesetzgebung neu regeln. Die Besatzungsoffiziere in den verschiedenen Teilen der US-Besatzungszone waren auch verantwortlich für die Entnazifizierung. Das bedeutete, dass Deutsche, die zuvor Funktionen in nationalsozialistischen Organisationen ausgeübt hatten, aus Verwaltung, Politik, Kultur und Wirtschaft ausgeschlossen werden sollten. Dafür führte die Militärregierung Befragungen der deutschen Zivilbevölkerung durch. Die dafür verwendeten Fragebögen waren ausführlicher als die für die befreiten KZ-Häftlinge.